Die Leistungen von Dr. med. Ralph Bruder aus Lilienthal

Früherkennung Glaukom / grüner Star

Der Grüne Star (Glaukom) ist eine Erkrankung der Augen, die 2,4% der Bevölkerung ab dem 40. Lebensjahr befällt und deren Häufigkeit auf über 7% im höheren Alter steigt. Rund 800.000 Glaukom-Patienten gibt es in Deutschland, bei etwa 3 Millionen liegt eine Vorstufe dieser Erkrankung vor. Unsere Praxis beteiligt sich an der bundesweiten augenärztlichen Initiative zur Früherkennung.

Was ist ein Glaukom?

Es handelt sich um einen langsam fortschreitenden Sehnervenschwund mit zunehmendem Verfall des Gesichtsfeldes, oft – aber bei weitem nicht immer – verbunden mit einer krankhaften Erhöhung des Augeninnendruckes. Wegen ihrer Schmerzfreiheit bemerkt der Patient die schleichende Erkrankung des Sehvermögens meist erst sehr spät. Nur eine so früh wie möglich einsetzende Therapie kann irreparablen Schaden verhindern.

Was können Sie von der Glaukomvorsorge erwarten?

Der Augenarzt untersucht gezielt Sehnerven und Augendruck und bewertet diese Befunde (Basis-Vorsorge). Deutlich mehr Sicherheit bietet die zusätzliche Gesichtsfelduntersuchung (Eingehende Vorsorge). Frühe Veränderungen der Sehnervenfaserschicht können laserpolarimetrisch erfasst werden (GDx). Danach kann Ihnen der Augenarzt eine der folgenden Auskünfte geben:

1) Ihre Augen sind gesund. Die nächste Glaukomvorsorge sollte in einem Jahr stattfinden.

2) Die Befunde sind grenzwertig. Zur Sicherheit sind gegebenenfalls weitere diagnostische Maßnahmen erforderlich.

3) Ein bisher unentdecktes Glaukom muss behandelt werden. Dies geschieht in der Regel medikamentös oder mittels Laser.

Wer trägt die Kosten?

Anders als z. B. bei der Krebsfrüherkennung weigert sich der Gesetzgeber bis heute, die Glaukomvorsorge in den gesetzlichen Leistungskatalog zu übernehmen, so dass es sich um eine so genannte Wunschleistung handelt, die der Patient mit einem (maßvollen) Honorar bezahlt. Die Behandlung eines schon bestehenden Glaukoms und Glaukomuntersuchungen bei bestimmten Erkrankungen (z. B. Zustand nach Netzhautoperation) werden im Rahmen des Standardleistungskataloges von der gesetzlichen Krankenversicherung getragen.

Kindervorsorge

Früherkennung der Amblyopie (Sehschwäche) im Kindesalter

Liebe Eltern, die Augen Ihrer Kinder sind unser Anliegen. Statistisch gesehen findet sich bei jedem 20. Kind eine einseitige Sehschwäche, die zunächst durch eine Brille nicht korrigiert werden kann, also gar nicht so selten. Bei frühzeitiger Entdeckung im Kindesalter können weit über 90 % dieser Sehschwächen erfolgreich behandelt werden, so dass diese Kinder später im Erwachsenenalter auf beiden Augen eine normale Sehschärfe haben. Deswegen empfehlen Augen- und Kinderärzte eine augenärztliche Untersuchung nach Dringlichkeit gestaffelt:

* sofort

bei sichtbaren Auffälligkeiten der Augen, wie z.B. Augenzittern, Hornhauttrübungen, grau-weißlichen Pupillen, großen lichtscheuen Augen oder bei Lidveränderungen, hier besonders Hängelidern, die die Pupille verdecken, oder falls Sie sich nicht sicher sind.

* mit 6 bis 12 Monaten

bei erhöhtem Risiko für Schielen oder für Fehlsichtigkeiten (optische Brechungsfehler) oder für erbliche Augenerkrankungen. Das liegt z.B. vor bei Frühgeburten, Kindern mit Entwicklungsrückstand, Geschwistern oder Kindern von Schielern und stark Fehlsichtigen (besonders Übersichtigen), sowie bei Kindern aus Familien mit bekannten erblichen Augenerkrankungen.

* mit 31 bis 42 Monaten

Alle übrigen, auch unverdächtigen Kinder zur frühzeitigen Entdeckung eines kleinwinkligen Schielens oder von optischen Brechungsfehlern.

Ihr Kind hat derzeit keine Sehschwäche

Der Kinderarzt hatte jetzt bei einer Vorsorgeuntersuchung den Verdacht, dass etwas nicht stimmt mit den Augen Ihres Kindes oder Ihnen selbst war etwas aufgefallen. Zum Glück hat die heutige Untersuchung diesen Verdacht nicht bestätigt. Ihr Kind hat auf beiden Augen eine altersgerechte Sehschärfe und schielt nicht. Diese Untersuchung erfasst aber nur 80 bis 85 der Risiken für die weitere Sehschärfeentwicklung.

Welche Risiken für eine Sehschwäche bestehen dennoch?

Kinder können kurzfristig über die Naheinstellmuskeln sehr große Fehlsichtigkeiten ausgleichen und dann beim Sehtest unauffällig sein. Eine höhere Übersichtigkeit oder verdeckte Organfehler können bei enger Pupille unentdeckt bleiben. Dies sind Risikofaktoren, die längerfristig zu Anstrengungssehbeschwerden und auch zu dauerhafter Sehschwäche führen können. Wir empfehlen Ihnen deswegen noch eine Untersuchung auf verdeckte Organfehler und Sehschwächerisiken, bei der die Naheinstellmuskeln vorübergehend außer Kraft gesetzt werden (Zykloplegie). Erst damit können die restlichen Risiken mit größtmöglicher Sicherheit ausgeschlossen werden. Verschaffen Sie sich Sicherheit, dass mit den Augen Ihres Kindes alles in Ordnung ist. Verhindern Sie eine lebenslange Sehschwäche.

Wer trägt die Kosten?

Im Gegensatz zu den Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt wird die Früherkennung der Amblyopie beim Augenarzt nicht von allen gesetzlichen Krankenkassen getragen, wenn wie bei der heutigen Untersuchung kein Befund oder Symptom auf diese Krankheit hinweist. Als Eltern bezahlen Sie dafür privat ein maßvolles Honorar an den Augenarzt, falls Sie diese Untersuchung für Ihr Kind wünschen. Wir beraten Sie auch gerne darüber, in welchen Fällen die gesetzliche Krankenkasse für die Untersuchungskosten aufkommt. Speziell für die Untersuchung bei Kindern steht uns seit 2016 zusätzlich ein Plusoptix Autorefraktometer zur Verfügung, welches die gleichzeitige Messung beider Augen aus einem Meter Entfernung erlaubt. Ergeben die Vorsorge-Untersuchungen einen krankhaften Befund, werden alle weiteren Untersuchungen und die Behandlung von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Haben Sie weitere Fragen?

Wir beantworten sie gern.

Netzhaut-Vorsorgeuntersuchung (Variante 1) mit Pupillenerweiterung

Auf Wunsch bieten wir Ihnen eine eingehende Untersuchung der gesamten Netzhaut an, um etwaige krankhafte Veränderungen am Augenhintergrund zuverlässig erkennen zu können. Besonders wenn bei Ihnen

  • eine höhere Kurzsichtigkeit besteht,
  • eine familiäre Netzhauterkrankung, wie z. B. eine Makula-Degeneration, vorhanden ist,
  • ein beginnender oder fortgeschrittener Grauer Star festgestellt wurde,
  • eine Operation des Grauen Stars erfolgte,
  • ein Auge hochgradig schwachsichtig ist,
  • Ihre Augen z. B. durch Tauch-, Flug- oder Springsportarten, Boxen oder häufiges Fliegen vermehrt Druckänderungen oder Erschütterungen ausgesetzt sind, empfehlen wir Ihnen diese Untersuchung, da in solchen Fällen entweder ein statistisch höheres Risiko für das Auftreten von Netzhautablösungen besteht oder sicherheitshalber Erkrankungen des inneren Auges ausgeschlossen werden sollten.

Für diese Netzhautuntersuchung werden Ihnen durch Augentropfen die Pupillen erweitert. Dieser Vorgang benötigt ca. 30 Minuten, und hinterher sind Sie etwa 3 Stunden vermehrt geblendet und sehen etwas unscharf, so dass Sie nicht selbst mit dem Auto nach Hause fahren können.

Bei dieser Vorsorge handelt es sich um eine Leistung außerhalb des GKV-Kataloges, also um eine vom Patienten zu begleichende Wahlleistung nach der gültigen amtlichen Gebührenordnung für Ärzte.

Sollten bei der Netzhautspiegelung Vorstufen einer Netzhautablösung oder andere krankhafte Veränderungen festgestellt werden, wird die dann erforderliche Behandlung (z. B. mit dem Laser) von Ihrer Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Zusammen mit der Netzhautspiegelung kann gleichzeitig auch eine Augendruckmessung als Glaukomvorsorge erfolgen.

Netzhaut-Vorsorgeuntersuchung (Variante 2) mit digitaler Funduskamera

Diese Netzhautuntersuchung erfolgt mittels nonmydriatischer digitaler Funduskamera. Die Funduskamera erstellt eine digitale Aufnahme Ihres Augenhintergrundes und ermöglicht damit eine umfassende Beurteilung Ihres Netzhautzustandes und eine genaue Verlaufskontrolle. Diese Untersuchung ist schmerzlos und ungefährlich. Sie kann auch ohne spezielle Vorbereitungen, wie z. B. eine Pupillenerweiterung durchgeführt werden (ab 2,2mm Pupillengröße).

Führerscheingutachten

  • Kfz alle Klassen
  • Sportboot
  • Fliegertauglichkeit
  • Gutachten für Lotsen
  • Polizeibewerber
  • und weitere

Bildschirmarbeitsplatzuntersuchung

Bildschirmarbeit bedeutet ganz besondere Belastungen für die Augen. So wird beispielsweise durch selteneren Lidschlag bei konzentrierter Bildschirmarbeit, nicht selten verstärkt durch trockene Raumluft, der Tränenfilm belastet. Es kann zu einer verkürzten Tränenfilmaufrisszeit bishin zu oberflächlichen Hornhautschäden kommen. Die Tränenfilmstabilität messen wir berührungslos mittels Videokeratographie. Abhängig von Monitorart, -position und -größe sowie den Anforderungen am Bildschirmarbeitsplatz (z.B. Textverarbeitung, Computer-aided-Design etc.) und Ihrer Refraktion kann eine spezielle Brille sinnvoll sein. Sie können uns die Bildschirmarbeitsplatzuntersuchung (auch gem. G37.2) erleichtern, indem Sie den Fragebogen vorab herunterladen und ausgefüllt mitbringen. Die Untersuchungen und Beratung zur Bildschirmarbeit sind nicht Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Hornhauttopographie

Die Oberfläche Ihrer Hornhaut ist so individuell wie ein Fingerabdruck. Dazu ist die Hornhaut eine verformbare klare Scheibe aus Zellen und Kollagenfasern. Auf dieses empfindliche Gewebe wird bei der Kontaktlinsenanpassung die Linse gesetzt, die exakt parallel mit der Hornhautoberfläche geformt sein muss, um nicht zu drücken und einen optimalen Sitz zu garantieren. Je sorgfältiger die Hornhautoberfläche bei der Hornhauttopographie vermessen und bildhaft dargestellt wird, umso erfolgreicher wird die Linsenanpassung verlaufen. Umso besser können auch im Verlauf Änderungen durch das Linsentragen festgestellt werden. Die Untersuchung ist schmerzfrei und schnell. Es werden mit einer ringförmigen Scheibe Tausende von Lichtpunkten auf die Hornhautvorderfläche projiziert und ausgemessen. Der Computer errechnet daraus eine Grafik, die Höhen und Tiefen in blauen bis roten Farben darstellt. So wird das Relief der Hornhaut sichtbar.